Kunst im Karner - 11.-27. September 2009 - 
Irene Andessner
- Madonna del Arte

Übersichtsseite - Das aktuelle Programm - Biografie Irene Andessner

  "Knotensäule", Logo von Kunst im Karner © Kunst im Karner - St. Othmar

Übersicht alle
bisherigen Ausstellungen

KIK Fotos und Berichte

11. Sept. 2009 Vernissage
12.Sept. 2009 Künstlergespräch mit Irene Andessner
13.Sept. 2009 Rotraud Perner "Das Frauenbild im
                      Spannungsfeld der Religione(n) & Kirche(n)

17. Sept. 2009 Gebet für eine Welt (Quatembergebet)
                       Mutter Theresa - Missionarin mit Tiefgang

19. Sept. 2009 Pfarrerin Mag. Barbara Heyse-Schäfer:
                       Die Rolle der Frau in den Kirchen

20. Sept. 2009 Menschen – Maria, du und ich,
                       eine Betrachtung - gestaltet von der
                       Frauenrunde St. Othmar

25. Sept. 2009 Chorus Discantus - Zeitgenössische
                       Marien- und andere geistliche Lieder

26. Sept. 2009 Sissy Kovacs: Klosterarbeiten als
                       Ausdruck der Frömmigkeit

27. Sept. 2009 Pater Thomas Lackner ofm, Frömmigkeit
                       einst und jetzt

Madonna del Arte © Irene Andessner >>> das ganze Bild sehen sie ab der Vernissage im Karner

11. September 2009

Vernissage

Irene Andessner
Madonna del Arte

Carl Aigner
Carl Aigner © Kunst-im-Karner

wurde am 12. September 1954 in Ried im Innkreis geboren und wuchs in Lambrechten auf. Nach der Matura an der Handelsakademie Ried 1976 studierte er Geschichte, Kunstgeschichte, Germanistik an der Uni Salzburg (Magister 1984).
Aigner arbeitete wissen-schaftlich und war als Berater des Bildungs-ministeriums tätig, hielt Vorlesungen (u. a. vier Jahre an der Universität der angewandten Kunst in Wien) und kuratierte Ausstellungen. 1991 gründete er die Kunstzeitschrift Eikon. Von 1997 bis 2003 war er künstlerischer Leiter der Kunsthalle Krems, seit 2001 ist er Direktor des NÖ Landesmuseums St. Pölten. Er lebt seit 2004 mit Armine Wehdorn.
(Quelle: www.noen.at)

Madonna del Arte (Detail) © Irene Andessner bei Kunst im Karner

Vernissage Irene Andessner Madonna del Arte © Kunst im Karner

Vernissage Irene Andessner Madonna del Arte © Kunst im Karner

 

Viele Freunde und Unterstützer von Kunst im Karner hatten sich zur Vernissage vor dem Karner eingefunden. Auf Wunsch der Künstlerin fand die Eröffnung am Kirchenplatz statt, um die sakrale Atmosphäre des Innenraumes mit der Madonna del Arte-Darstellung nicht zu stören. Doris Frass erinnerte in ihren Eröffnungsworten an die ersten Ausstellungen im Karner, die von großen Namen der österreichischen Nachkriegskunst-Szene geprägt waren. Später kamen jüngere Künstler dazu und damit auch Künstlerinnen. Insgesamt waren 5 der 11 in 10 Ausstellungen präsentierten Künstler Frauen, was annähernd dem Anteil der an den Kunstuniversitäten Studierenden entspricht.
Vernissage Irene Andessner Madonna del Arte © Kunst im Karner Vernissage Irene Andessner Madonna del Arte © Kunst im Karner
Mit Irene Andessner wird im Karner eine international sehr erfolgreiche und in vielen Galerien, Museen und Sammlungen vertretene österreichische Performance-Künstlerin mit einem 2008 entstandenen und erstmals hier ausgestellten Werk gezeigt.
Direktor Carl Aigner vom Niederösterreichischen Landesmuseum stellte in seinem Einführungsvortrag die Frage, was das besondere sei, sich in verschiedenen Masken und Verkleidungen fotografieren zu lassen, wie das Irene Andessner seit fast 25 macht. Als Fachmann für Fotografie und Neue Medien in der Kunst erinnerte Aigner daran, dass Fotografie gleichzeitig auch für Wahrhaftigkeit steht: was fotografisch abgebildet werden kann, muss auch - zumindest für diesen einen Moment- real existieren. Damit schafft Andessner für die Personen, in deren Rollen sie durch nur scheinbare Äußerlichkeiten wie Kleidung, Maske und Accessoires schlüpft, eine Plattform für die reale Gegenwart der Dargestellten in unserer Zeit und damit verbunden auch für die Ideen und Ideale dieser Personen. Irene Andessner verleiht somit möglicherweise Vergessenen ein (kurzes reales und längerfristig fotografisch festgehaltenes) „Dasein“ und ruft auch deren Anliegen in Erinnerung und macht sie damit ebenfalls gegenwärtig. Gleichzeitig kommt sie dem Wunsch unserer Zeit, nämlich möglichst viele Rollen in einer Person zu vereinen und diesen Rollen auch gerecht zu werden, nach
Vernissage Irene Andessner Madonna del Arte © Kunst im Karner Vernissage Irene Andessner Madonna del Arte © Kunst im Karner
Mit der Madonnen-Darstellung bedient sich Andessner jahrhundertealter bildlicher und kirchlicher Traditionen, die sie durch ihre Darstellung mittels ihres Körpers und ihrer Person ebenfalls in die Gegenwart rückt.
Mit herzlichen Gratulationen zur gelungenen Präsentation und dem abrundenden Rahmenprogramm rief Aigner alle auf, im Künstlergespräch noch weitere Informationen zu Person und den Anliegen der Künstlerin zu suchen.
Vernissage Irene Andessner Madonna del Arte © Kunst im Karner Vernissage Irene Andessner Madonna del Arte © Kunst im Karner
Vernissage Irene Andessner Madonna del Arte © Kunst im Karner Irene Andessner erklärt die Madonna del Arte im Karner - Vernissage Irene Andessner Madonna del Arte © Kunst im Karner
Irene Andessner erklärt die Madonna del Arte im Karner - Vernissage Irene Andessner Madonna del Arte © Kunst im Karner Vernissage Irene Andessner Madonna del Arte © Kunst im Karner
Vernissage Irene Andessner Madonna del Arte © Kunst im Karner Vernissage Irene Andessner Madonna del Arte © Kunst im Karner
Vernissage Irene Andessner Madonna del Arte © Kunst im Karner Vernissage Irene Andessner Madonna del Arte © Kunst im Karner

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(Text df , Fotos js & gm)

12. September 2009

Irene Andessner, Kunstschaffen und Produktion der Madonna del Arte

 

 
 

 

Beim Künstlergespräch im Karner
erzählt Irene Andessner über ihre ersten künstlerischen Gehversuche, die sie aus ihrem Geburtsort Hallstatt an die Graphische Lehr – und Versuchsanstalt in Wien führen.

Künstlergespräch mit Irene Andessner © Kunst im Karner

Künstlergespräch mit Irene Andessner © Kunst im Karner

Bald erkennt sie, unter anderem durch einen aus Mödling stammenden Lehrer, dass nicht Gebrauchsgraphik, sondern Malerei ihr eigentliches Ziel ist. Nach einem Studienjahr bei Emilio Vedova in Venedig macht sie die Aufnahmsprüfung an der damaligen Kunstakademie am Schillerplatz bei Max Weiler. Sie schildert die arbeitsintensiven Jahre bei dem als schwierig bekannten Lehrer und den Ehrgeiz, den seine schroffe Art bei ihr erweckt. „Nur wer mich aushält, ist für die Zeit nach dem Studium gerüstet!“ So ähnlich macht Weiler seinen Studenten und wenigen Studentinnen Mut für die künstlerische Zukunft. Nach diesen Jahren des abstrakten Malens entschließt sich Irene Andessner nach Abschluss des Studiums 1985 etwas ganz Neues zu beginnen: im Atelier ihres Studienkollegen Siegfried Anzinger in Köln widmet sie sich ausschließlich der Porträtmalerei. Um Zeit und Geld zu sparen ist hauptsächlich sie selbst ihr Modell. Mit diesen Serien von Selbstportraits bestückt sie ihre ersten Ausstellungen in renommierten Galerien in Deutschland. Eine Ausstellung mit Selbstportraits der italienischen Renaissance-Malerin Sofonisba Anguissola im Kunsthistorischen Museum in Wien gibt den Anstoß zu einer „Vorbilder-Serie“, die allerdings schon in einem Neuen Medium verwirklicht wird: der Fotografie. Verschiedene Malerinnen von der Renaissance bis zur Gegenwart werden als Vorbilder von Andessner selbst dargestellt und interpretiert und letztendlich auch fotografiert. Ihr eigenes Portrait bildet den Endpunkt der Reihe. Es folgen weitere Foto- und Videoarbeiten, die jeweils die Person Irene Andessner als Gegenstand und künstlerisches Medium haben.

Künstlergespräch mit Irene Andessner © Kunst im Karner

Künstlergespräch mit Irene Andessner © Kunst im Karner

2001 - 2003 folgen erste Performances mit den Werkreihen „I.M.Dietrich“ und „Wanda SM“. Geht die Interaktion bei der Dietrich-Performance hauptsächlich um den für die Dauer der Performance geehelichten Herrn Dietrich (zur Ermöglichung der authentischen Namensgebung M. Dietrich), weitet sich der Kreis bei der in Graz erfolgten „Wanda Sacher-Masoch-Performance“ auf mehrere Akteure, die sich bereit erklären, den „Regieanweisungen“ von Irene Andessner Folge zu leisten. Ziel der Performances ist jeweils, authentische Foto- und Videoaufnahmen als Endprodukt zu erhalten. Dazu müssen die Szenen nicht nur möglichst präzise gestellt sondern richtiggehend durchlebt werden. Nur durch exakte Planung und ein Team an höchstprofessionellen Mitarbeitern ist dieses Ziel erreichbar, wobei immer der Reiz des Unplanbaren und Unvorhergesehenen bleibt.
Bei der Leuchtkastenserie „Citylights –Wiener Frauen“ 2008 bestückt Andessner mehr als 400 Reklameleuchtkästen mit 11 Portraits von bekannten und weniger bekannten Wiener Frauen, die aber auf jeden Fall als „leuchtende Vorbilder“ gelten können. Die Serie wird mit den Citylights in Salzburg und Linz 2009 fortgesetzt. Diese aufwändig inszenierten Fotoportraits erfordern ebenfalls ein gut eingespieltes Team für Maske, Frisur, Kostüm, Licht, Technik, Fotografie, um die Vergegenwärtigung früherer Frauenpersönlichkeiten mit jetzigen Mitteln zu ermöglichen. Auch die im Karner erstmals gezeigte „Madonna del Arte“ ist nach aufwändiger Recherche und Vorarbeit in einem sorgfältig ausgewählten Umfeld (Werkstätte für Ausstellungsaufbau im MUMOK) entstanden.
Mit vielen persönlichen Details schildert Irene Andessner lebhaft ihren künstlerischen Werdegang und gibt so interessante Einblicke in ihr Schaffen.
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(Text df & Fotos js)

13. September 2009

Prof. Dr. Rotraud Perner, Psychotherapeutin,

Das Frauenbild im Spannungsfeld der Religion(en) und der Kirchen

Rotraud Perner
Rotraud Perner beim Vortrag im Karner © Kunst im Karner

Das beruflich vielseitige Leben hat Rotraud Perner schon früh auf die komplexen Zusammenhänge von Macht, Gewalt und seelischer Gesundheit sensibilisiert. Perner, promovierte Juristin, Psychoanalytikerin und Sozialforscherin,  Autorin zahlreicher Bücher und Leiterin des Instituts für Stressprophylaxe und Salutogenese in Matzen (Niederösterreich), hat aufgrund ihrer langjährigen praktischen Erfahrungen und wissenschaftlichen Untersuchungen Methoden entwickelt, die die Gewaltspirale im Alltag entdynamisieren und die seelische Gesundheit fördern.

Lebenslauf Rotraud Perner
Die 1944 in Orth an der Donau in Niederösterreich geborene Perner ist seit 1968 verheiratet und hat zwei Söhne. Sie ist promovierte Juristin, multidisziplinäre ausgebildete Psychothera-peutin und Psychoanalytikerin und machte postgraduale Studien der Soziologie und Erwachsenenbildung. Perner ist Universitätsprofessorin an der Donau Universität Krems (einzige Universitätsprofes-sorin für Prävention) und als Mediatorin (Ehrenmitglied des Österreichischen Berufs-verband der MediatorInnen) tätig, weiters an mehreren österreichischen Universi-täten. Weiters ist sie Ge-richtssachverständige, Autorin zahlreicher Fach-bücher und Leiterin des Instituts für Stressprohylaxe & Salutogenese (ISS) in Matzen, Niederösterreich. Des Weiteren war und ist sie Keynote-Speakerin, Trainerin, Supervisorin und Seminarleiterin sowie Coach und Beraterin für Top-ManagerInnen, religiöse WürdenträgerInnen und PolitikerInnen.

(Quelle: Wikipedia)

Mehr über Rotraud Perner auf ihrer Web-Seite:
www.perner.info

 

Vortrag Rotraud Perner: Das Frauenbild im Spannungsfeld der Religionen und Kirchen © Kunst im Karner
Doris Frass begrüsst Rotraut Perner als fleissige Schreiberin diverser Fachbücher und zählt gleich die berühmtesten auf. Bei der Berufsbezeichnung von Rotraut Perner tut man sich insofern schwer, da sie quasi ein Multitalent ist und viele unterschiedlichen Berufe gleichzeitig wahrnimmt. Einige hat sie schon lange hinter sich gelassen (Politikerin), auf anderen Gebieten möchte sie sich mit 65 Jahren noch kräftig engagieren, wie sie sagt: Prävention von Jugendgewalt und  Salutogenese (Das Wort Salutogenese bedeutet so viel wie Entstehung von Gesundheit. Nach dem Salutogenese-Modell ist Gesundheit kein Zustand, sondern als Prozess zu verstehen.)

Zum Thema, "Das Frauenbild im Spannungsfeld der Religion(en) und der Kirchen" dozierte Perner wie an der  Donauuniversitöt in Krems bewusst als Psychotherapeutin, die immer die Situation analysiert ohne Position zu beziehen, zu bewerten oder in Klischees abzurutschen:
Fast alle Religionen und Kirchen sind geprägt durch einen über den Gläubigen stehenden Gott. Die Gläubigen sind genetisch und anerzogen getrennt in aktive, ja aggressive, lange Zeit militarisierte Männer und als Gegenpol, passive, vermittelnde, duldende, oft auch unterworfene Frauen, wobei Perner anmerkt, dass jeder Mensch beide Pole in sich trägt und in Balance halten muss. In der Religionsgeschichte nimmt die Frau dem Mann oft die Aggressivität, versucht ihn quasi mit "Leidenschaft" zu zähmen. In der heutigen Zeit sind die Frauen auch sehr kämpferisch, was zu weiteren Konflikten zwischen den Geschlechtern führt. Weiters wird der Mann meist als wissend und ehrlich dargestellt, die Frau als ungehorsam und unberechenbar, wie die Urmutter Eva.

Vortrag Rotraud Perner: Das Frauenbild im Spannungsfeld der Religionen und Kirchen © Kunst im Karner

Vortrag Rotraud Perner: Das Frauenbild im Spannungsfeld der Religionen und Kirchen © Kunst im Karner

Vortrag Rotraud Perner: Das Frauenbild im Spannungsfeld der Religionen und Kirchen © Kunst im Karner
Vortrag Rotraud Perner: Das Frauenbild im Spannungsfeld der Religionen und Kirchen © Kunst im Karner
Vortrag Rotraud Perner: Das Frauenbild im Spannungsfeld der Religionen und Kirchen © Kunst im Karner
 
Madonna del Arte, wie von Irene Andessner dargestellt, sieht man an, dass sie gelernt hat Schmerz zu ertragen. Die katholische Kirche leitete die Gläubigen lange Zeit an Schmerz zu ertragen und Madonna als künstlerische Darstellung "dieses Marienbildes" zeigt uns, was man machen muss um diesen auszuhalten ohne daran zu zerbrechen.
In der Kunst (z.B. Madonna) kann Liebe, Schmerz, Verzweiflung ausgedrückt werden. Gefühle auszuleben, als Therapie, ist nämlich heute auch noch immer wichtig. Dabei sind jedoch diverse Hilfsmittel, wie Liebesbriefe, Tagebücher oder andere Formen des Gefühlsausdrucks zunehmend "unmodern".

Nach knappem Vortrag gab es aus dem sehr zahlreichen Publikum diverse Fragen. Diese waren erstaunlicherweise nicht zum Thema selbst, sondern zu Sitzenbleiben in der Schule, Jugendgewaltprävention, Vorverurteilung von Tätern in der Gerichtsbarkeit, das Verlorengehen der Streitkultur und der heutigen Medienlandschaft, die keine Lösungen sondern nur Sensationen sucht.

Ja und da gab es noch die Frage (beinahe zum Thema) "Religionenkonflikt":
Laut Rotraud Perner werden die Religionen Konflikte in der Zukunft nicht wie früher durch Kriege lösen können sondern empfahl dringend sich einerseits besser kennen und dadurch verstehen zu lernen sowie mit Respekt sich gegenseitig zu helfen. Dies alles ohne Kampf oder Niederlage und in der Art, dass es am Ende keine Verlierer, sondern nur Gewinner gibt.

Die Publizistin Rotraud Perner:

  • 1993 - 1996 Mitherausgeberin des Monatsmagazins SIC (!) Forum für feministische Gangart

  • wöchentliche Kolumne in der Wiener Zeitung

  • regelmäßige Auftritte im TV und Hörfunk in Österreich und Deutschland

  • Bücher (Eine Auswahl der 27 veröffentlichten Bücher):

  • Liebe macht gesund – Salutogenese im Alltag; aaptos Wien, 2004

  • Sein wie Gott. Von der Macht der Heiler; Kösel, München, 2002

  • Sexualität - Sexualität in Österreich; aaptos Wien, 1999

  • Madonna und Hure. Jagdstrategien für Amazonen, Ankh-Verlag, 1997

  • Schaff‘ Dir einen Friedensgeist! Gewaltprävention im Alltag; aaptos Wien, 2001

  • Die Hausapotheke für die Seele
    Perner, Rotraud A.. - Wien : Deuticke, 2005

  • Liebe ist ...
    Wien : Goldegg-Verl., 2008

  • Darüber spricht man nicht
    Perner, Rotraud A.. - München : Kösel, 2008, 

  • Königin! Perner, Rotraud A.. - München : Kösel, 2009

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(Mitschrift gm , Fotos js & gm)

17. September 2009

Gebet für eine Welt (Quatembergebet)
im Karner,

Für Mutter Teresa ist diese konkrete Liebe das zentrale Thema in ihrer zweiten Lebenshälfte. Den Ruf dazu verspürte sie mit circa 36 Jahren, als sie beschloss zu den Armen in Kalkutta zu gehen und die Menschen, besonders Leprakranken, die auf den Straßen lebten und starben, Würde und Liebe zu geben.

In Würde zu sterben - ist auch ein Aspekt der Hospizbewegung heute.

Um diese Not, dieses Elend aushallen zu können, musste sie und ihre Mitschwestern auf ihr Seelenheil achten. Die zentrale Kraft sind die Heilige Messe und das Gebet vor dem Allerheiligsten. Mutter Teresa sprach auch immer wieder von schweren Zeiten im Glauben und von Zweifeln.

Mutter Teresa war keine Missionarin im herkömmlichen Sinn. Sie versuchte, die ihr anvertrauten Menschen durch Taten, nicht durch Worte von der Liebe Christi zu überzeugen.

Als Missionarin trat sie dann auf, wenn sie als Referentin eingeladen wurde, Spenden oder Preise entgegennahm. Sie sprach über die Würde des Lebens. Dabei mahnte sie besonders das Leben der ungeborenen Kinder zu achten und trat strikt gegen die Abtreibung auf. Was ihr viel Kritik einbrachte.

Mutter Teresa war „Hart". Sie ging seit ihrer Kindheit ihren Weg. Sie war diszipliniert, blieb ihrer Meinung, ihren Standpunkten treu.

Mutter Teresa war ein außergewöhnlicher Mensch. Sie hatte Schwächen und Stärken. Sie ist für viele ein Vorbild geworden. Sie zeigte auf, wie stark die Liebe Gottes zu uns Menschen ist.


Aus einem Interview der Zeitschrift TIME mit Mutter Teresa:
Warum waren Sie so erfolgreich?
Mutter Teresa: Jesus selbst ist das Brot des Lebens und zu geben, uns das Leben. So beginnen wir den Tag mit einer Messe und wir beenden den Tag mit einer Anbetung vor dem Allerheiligsten. Ich glaube nicht, dass ich diese Arbeit nur eine Woche aushalten könnte, wenn ich nicht als Stärkung vier Stunden beten würde.
Aber Sie missionieren nicht im herkömmlichen Sinn, oder?
Mutter Teresa: Ich missioniere durch meine Arbeit und Liebe.

Das ganze Interview in englisch auf www,dadalos.org

 

Gebet für eine Welt - Mutter Theresa, Missionarin mit Tiefgang

Mutter Teresa ist eine Frau die fast jeder kennt. Sie war und ist eine Persönlichkeit, zu der man eine Meinung hat. Positiv oder negativ, sie lässt einen nicht „kalt".
 Mutter Teresa wurde in eine wohlhabende Familie hineingeboren. Ihr Vater starb plötzlich, als sie 10 Jahre alt war. Der Glaube an Gott war für sie damals schon eine wichtige Stütze. So wusste sie schon mit 12 Jahren, dass sie Nonne wird. Mit 18 trat sie in den Orden ein. (Loretteo-Schwestern) Sie unterrichtete in einer Schule und machte „Karriere". Sie wurde Direktorin.

Gebet für eine Welt - Mutter Theresa, Missionarin mit Tiefgang © Kunst im Karner

Gebet für eine Welt - Mutter Theresa, Missionarin mit Tiefgang © Kunst im Karner

Aus den Texten des Gebets im Karner, zusammengestellt von Andrea Coulon:
 

Aus dem Lukasevangelium 5,12-13
Als Jesus in eine der Städte war, da war ein Mann, voll Aussatz. Als er Jesus sah, verneigte er sich tief und bat ihn: „Lieber Herr, wenn du willst, kannst du mich rein machen!" Er strecke die Hände aus, berührte ihn und sagte: "Ja, mögest du rein werden!" Sofort verschwand der Aussatz.
Impuls 1: Jesus schaut nicht weg, er geht auch nicht weiter, sondern wendet sich dem Mann zu. Er geht auf seinen Wunsch ein. Er berührt den Aussätzigen Mann. Die Liebe Gottes wird konkret wirksam und sichtbar.

Jesus schaut nicht weg, er geht auch nicht weiter, sondern wendet sich dem Mann zu. Er geht auf seinen Wunsch ein. Er berührt den Aussätzigen Mann. Die Liebe Gottes wird konkret wirksam und sichtbar.

Gebet für eine Welt - Mutter Theresa, Missionarin mit Tiefgang © Kunst im Karner
Madonna del Arte betet mit uns
das "Gebet für eine Welt"

Gebet für eine Welt - Mutter Theresa, Missionarin mit Tiefgang © Kunst im Karner

Den Stellenwert und die Kraft des Gebetes zeigt der Bericht einer Frau, aus einem Fastenkalender aus dem Jahr 2006 entnommen:
Maria, 30 Jahre berichtet:
Ich habe für einige Zeit in Kalkutta das Leben der „Missionarinnen der Nächstenliebe", der Schwestern von Mutter Teresa, geteilt. Ich hatte mir vorgenommen, das Leben der Schwestern, so gut es geht, mitzumachen und wusste bald ganz genau, dass ich ohne tägliches Gebet den Tag nicht durchhalten würde. So habe ich jeden Tag um 6 Uhr früh die Hl. Messe mitgefeiert und am Abend war eine halbe Stunde Rosenkranz und eine halbe Stunde Anbetung vor dem Allerheiligsten. Als ich an einem Tag nicht bei der Frühmesse gewesen bin, war die Folge, dass ich zu Mittag von meinem Dienst nah Hause fahren musste, weil das Elend nicht ausgehalten habe.

Gebet für eine Welt - Mutter Theresa, Missionarin mit Tiefgang © Kunst im Karner

Rund um die Kerze, in der Mitte vor dem Altar hat Andrea für das Gebet Zetteln mit Aussprüchen von Muter Theresa vorbereitet. Nach den frei formulierten Fürbitten beten wir alle, wie bei jedem "Gebet für eine Welt" üblich, das "Vater unser" in einem Kreis um den Altar. Jeder nahm sich dann als Erinnerung einen oder mehrere Zetteln mit nach Hause.

Das "Gebet für Eine Welt" findet im Rahmen von "Quatember" statt. Das ist die Gemeinschaft von Quatembergebet und Quatembersammlung zu Gunsten unserer laufenden Projekte in Nigeria, Mexico und Südindien.
Wir leben gemeinsam auf einer Erde, einer Welt, in der alle Menschen ihre Heimat haben. Wir möchten dieses Miteinander, diese "Eine Welt" bewusst leben.

Gebet für eine Welt - Mutter Theresa, Missionarin mit Tiefgang © Kunst im Karner

Gebet für eine Welt - Mutter Theresa, Missionarin mit Tiefgang © Kunst im Karner

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Vorbereitung des Gebets: Andrea Coulon ,
 (Mitschrift & Fotos:  gm
)

19. September 2009

Die Rolle der Frau in den Kirchen

Pfarrerin Mag. Barbara Heyse-Schäfer
Barbara Heyse-Schäfer © Kunst im Karner

Mag. Barbara Heyse-Schaefer ist Direktorin der Evangelischen Frauenarbeit in Österreich. Als der  Gesamtösterreichische Arbeitskreis der Evangelischen Frauenarbeit die aus Niederösterreich stammende Theologin am 28. September 2003 zur Leiterin der Frauenarbeit gewählt hat, erklärte sie in einer ersten Stellungnahme, sie wolle „Frauen beflügeln und Mitarbeiterinnen stärken, um sich gemeinsam in kirchen- und gesellschaftspolitische Belange einzumischen“.

Barbara Heyse-Schäfer - Die Rolle der Frau in den Kirchen © Kunst im Karner

EVA Evangelische Frauenarbeit in Österreich:
A-1180 Wien,
Blumengasse 4/6
Tel.: ++43 / 1 / 40 89 605
Fax: ++43 / 1 / 40 67 877 www.evang.at/frauenarbeit
frauenarbeit.oe@evang.at
Direktorin:
Pfrin. Mag. Barbara Heyse-Schaefer
Sekretariat:
Barbara Guliman
frauenarbeit.oe@evang.at
GEDICHT von  Gabriele Lang-Czedik, amtsführende Pfarrerin in Liesing über Frauen in der Kirche:
Der Tag ist gekommen, da haben wir Frauen in der Evangelischen Kirche aufgehört, den Altarraum nur zu kehren, zu Gott bekehrt haben wir uns endlich auch zu den Menschen gekehrt.
Wir haben unseren Schweigemund geöffnet aller-orten und aller-kirchen und zu reden begonnen von unserem Gott, von unserem Bruder Christus, von der heiligen Geistkraft von unseren Visionen, von unserem Leben. Wir taufen und salben, wir predigen und leiten Gemeinden. Wir Frauen der Kirche denken und gestalten, wir heiraten und haben Kinder, wir lehren und trösten und klären, wir arbeiten zusammen mit Männern, Frauen, Kindern und Jugendlichen. Wir verkündigen und feiern das Mahl der Gemeinschaft. Und wir nehmen die Verantwortung und die Freude aus Gottes offener Hand, als seine, als ihre Töchter.
(aus k23, Ausgabe 02/2009)

Barbara Heyse-Schäfer - Die Rolle der Frau in den Kirchen © Kunst im KarnerPfarrerin Mag. Barbara Heyse-Schaefer stammt aus einer Familie, die bereits in 5. Generation evangelische Pfarrer hervorgebracht hat. Sie selbst ist als Pfarrerstochter in Neunkirchen mit 3 Geschwistern aufgewachsen und meint, dass der Druck von der Gemeinde auf die Kinder doch sehr spürbar sei: einerseits als „heile Familie“ Vorbild zu sein, andererseits dass zumindest eines der Kinder selbst Pfarrer wird.

Sie selbst hat schon als Kind den Wunsch gespürt, wie ihr Vater Pfarrer zu werden, obwohl es damals noch keine Frauenordinierung in Österreich gab. Der eher traditionell denkende Vater unterstützt diesen Wunsch. Die Mutter versucht dem leuchtenden Vorbild der Katharina von Bora, verehelichte Luther nachzueifern und als Pfarrersfrau einen offenen und sozial eingestellten Haushalt zu führen. Barbara Heyse-Schaefer wollte aber aktiv als Pfarrerin tätig sein und nicht die Aufgaben einer Pfarrersfrau wie Hausarbeit oder unangenehme Dinge vom Pfarrer fernhalten („den Rücken freihalten“) oder Gäste empfangen übernehmen.
Barbara Heyse-Schäfer - Die Rolle der Frau in den Kirchen © Kunst im KarnerDiese Pfarrersfrauen waren als Witwen oft vor große finanzielle Probleme gestellt, da sie mit dem Tod des Gatten ohne Existenz dastanden. Sie strebte die Ausbildung zur Pfarrerin an; aber erst während ihrer Studienzeit konnte sich die Gleichstellung der Frauen in der evangelischen Kirche in Österreich trotz Widerstände namhafter evangelischer Theologen durchsetzen. Beeindruckende Frauenpersönlichkeiten sind für sie besonders die erste deutsche Bischöfin M. Jespen und Bischöfin Kässmann, die auch die menschliche Problematik einer Ehescheidung unbeschadet und in Würde meistern konnte.

Während ihres Theologie-Studiums wird 1980 die Gleichstellung der Frauen in der evangelischen Kirche Österreichs bekanntgegeben und Barbara Heyse gehört zu den ersten 10 ordinierten Pfarrerinnen. Die langen und hitzigen Debatten vor der Gleichstellung schildert sie so: „Als Argumente gegen eine Frauenordinierung wurde z.B. vorgebracht, dass ein Begräbnis bei -20°C für Frauen nicht zumutbar wäre oder dass Frauen nicht länger als 5 Minuten zusammenhängend sprechen könnten.“ Es ging also nicht um das Amtsverständnis, sondern um ganz banale Vorurteile. Auch heute noch sei der Karriereverlauf stark von Karenzzeiten beeinflusst und falle bei Frauen naturgemäß weniger steil aus als bei Männern.

Bernhard Schaefer, seit Jahren verantwortlich für die Evangelischen Nachrichten der Pfarrgemeinde in Mödling, Bruder von Barbara Heyse-Schäfer © Kunst im KarnerZum Thema der Bibelübersetzungen hat sie die Bibel in gerechter Sprache verteidigt, aber eingeräumt, dass durch die Vielzahl der Übersetzer kein einheitlicher Text entstehen konnte, was besonders bei den Psalmen für sie ein wenig störend ist. Es geht nicht darum, jetzt alles in weiblicher Form zu übersetzen, sondern dass man dem genaueren Sinn der ursprünglichen Texte näher kommt. Sie selber gehe auch gerne an die Wurzeln und lese daher auch im hebräischen und griechischen Originaltext.

Da Mag. Heyse sowohl in ökumenischen als auch in interreligiösen Gremien sitzt, brachte sie auch Gedanken zum Dialog der Religionen. Zwischen Protestanten und Katholiken ist das Trennende sehr gering, während im Gespräch mit dem Judentum die Basis das Erste Testament darstellt, die Verbindung zum Islam aber nur mehr sehr wenig verbindende Elemente ( die wir natürlich besonders suchen sollen ) hat.

Barbara Heyse-Schäfer - Die Rolle der Frau in den Kirchen © Kunst im KarnerIhre Arbeit mit Frauen anderer Religionen v.a. im Nahen Osten und ein Besuch in Kamerun zeigten Pfarrerin Heyse-Schaefer, dass unsere zutiefst europäisch geprägten Vorstellungen im Gegensatz zum Gemeindeleben in anderen Kontinenten stehen. Im muslimischen geprägten Kamerun findet z.B. niemand etwas daran, dass der evangelische Bischof mehrere Frauen hat, davon die Mehrzahl katholisch. Umso mehr fehlt ihr das Verständnis für die Worte des Papstes im Angesicht der hohen Frauensterblichkeit durch AIDS am Kondomverbot festzuhalten.
Im Libanon wiederum gibt es mehr Gemeinsamkeiten im Gottverständnis zwischen Gläubigen der unierten Kirchen und Muslimen als mit europäischen Protestanten oder Katholiken.

Insgesamt macht Pfarrerin Heyse-Schaefer der Eindruck, ihren Beruf ganz „normal und unaufgeregt“ auszufüllen, sich als Frau nicht als etwas Besonderes zu sehen und gibt uns Katholiken den Tipp, die Zeit für uns arbeiten zu lassen, die würde letztendlich alle Probleme in der einen oder anderen Weise lösen.

Webtipp: Barbara Heyse-Schaefer:
Politisches Nachtgebet 2004: Lauter Frauen? Lauter! Frauen


Webtipp: Frau in Kirche und Gesellschaft

zum Lesen dieser Ausgabe auf das Bild clicken

kontakt23 02/2009 [Mai 2009]
Die ökumenische Quartalszeitschrift der Pfarren des 23. Bezirks
Thema:
Frau in Kirche und Gesellschaft 
> WIR öffnen unseren Schweigemund
>
WIR taufen und salben
>
WIR arbeiten zusammen mit Männern

zum Inhaltsverzeichnis,
zum Lesen hier...

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 (Mitschrift df, as & js , Fotos js ,
begleitende Texte & Links gm
)

  20. September 2009

Menschen – Maria,
du und ich,

Eine Betrachtung - gestaltet von der Frauenrunde St. Othmar

Frauenrunde St. Othmar © www.othmar.at

Wir sind eine offene Gruppe von Frauen, die vielfältig in der Pfarre engagiert sind. Glaube und Gemeinschaft sind uns wichtig.

Wir treffen uns jeden Donnerstag von 9 bis 11 Uhr meist im Pfarrtreff,  bei Kaffee und Kuchen, zu verschiedenen Aktivitäten und Themen ( Seminare...).

Auch KFB-Projekte unterstützen wir tatkräftig wie z. B. den Familienfasttag und den Weltgebetstag.

Stellvertretend für unsere Gruppe (derzeitiges Kernteam 9 Frauen): Ulrike Sperat

Nächstes Projekt:
Donnerstag, 29. Oktober 2009 um 9 Uhr im Karner mit anschließender Agape
Frauenliturgie getanzt "Engelsblick"


Webtipp Frauenrunde:

Besuch in Eisenstadt...

Frauenliturgie im Karner - getanzt...

Besuch in Wr. Neustadt...

Unterwegs zu Apostelkirchen...

Österreichischer Jakobsweg...

Mödlinger Erzählfiguren...

60 Jahre kfb...

Besuch in Kirchschlag...

Die Verkündigung Maria
Eine Betrachtung - gestaltet von der Frauenrunde St. Othmar © Kunst im Karner
Heidi liest aus dem Lukasevangelium die "Verkündigung Marias" aus der "Bibel in Gerechter Sprache".
Es ist dies die Geschichte wie der Engel Gabriel zu Maria kommt und der völlig überraschten jungen Frau eröffnet, dass sie den Sohn Gottes gebären wird. Maria hinterfragt zwar, wie dies überhaupt möglich ist, fügt sich aber gottergeben mit den Worten "..es soll geschehen, wie du gesagt".

Zum Text "Bibel in Gerechter Sprache" und Gegenüberstellung mit Einheitsübersetzung und Gute Nachricht Bibel

 


 

Aus einem Brief von Maria an die Gläubigen:
(ausgesucht und gelesen von Heidi, aus dem Buch "Gottes Wort im Kirchenjahr)
Schaut doch nur, was ihr aus mir gemacht habt... Ihr habt mich gefangen in einer Kirche. Ich gehe gebeugt unter euren Juwelen und Damastkleidem. Ihr habt mich ... auf einen Thron gesetzt, total allein. Ihr könnt gar nicht mehr sehen, wer ich bin; und ich kann nicht mehr ich selbst sein.
Reißt die Mauern ein und bringt mich wieder ins Leben.
Ich war eine einfache jüdische Frau, die ganz sicher nicht auf einen Sockel gestellt werden wollte.
Steht auf und lasst mich unter euch stehen!

 

kfb
Katholische Frauenbewegung Österreichs
Spiegelgasse 3/2
A-1010 Wien
Tel.: 01-51552-3695
Fax: 01-51552-3764
http://www.kfb.at
E-Mail: office@kfb.at
kfb Wien
Katholische Frauenbewegung der Erzdiözese Wien
Übersiedlung wegen Renovierungsarbeiten
Alserstraße 19
(vis-a-vis altes AKH)
1080 Wien
Tel: 01/890 42 99/3345
Fax: 01/51552/2731

Mail: kfb.wien@edw.or.at
Homepage: www.wien.kfb.at
Schon vor dem Karner werden wir auf die Zeit, als Maria lebte, eingestimmt. Das beleuchtete Labyrinth und ein Tisch mit Öllampen vor dem Karner begrüßt uns.
Menschen – Maria, du und ich - Eine Betrachtung - gestaktet von der Frauenrunde St. Othmar © Kunst im Karner Eine Betrachtung - gestaktet von der Frauenrunde St. Othmar © Kunst im Karner
Eine Betrachtung - gestaltet von der Frauenrunde St. Othmar © Kunst im KarnerBärbl erklärt uns am Beginn, dass wir uns heute Mirjam, dieser besonderen jüdischen Frau schrittweise nähern wollten. Im Karner liegen am Boden vor dem Altar viele viele Bilder von Frauen, Männern, Kindern - sehr unterschiedlich und aussagekräftig. Menschen aus vielen anderen Ländern. Viele Bilder sprechen für sich, sie drücken aus, was diese Person tut, was sie ist.
Wir wurden eingeladen über uns selbst nachzudenken.

Eine Betrachtung - gestaltet von der Frauenrunde St. Othmar © Kunst im Karner

Eine Betrachtung - gestaltet von der Frauenrunde St. Othmar © Kunst im Karner

Eine Betrachtung - gestaltet von der Frauenrunde St. Othmar © Kunst im KarnerWährend Edda auf der Flöte jüdische Musik spielt, ist jeder Besucher eingeladen nicht nur nachzudenken sondern auch auf ein gelbes rundes Blatt folgendes zu schreiben:
WIE wirke ich auf andere?
WAS macht mich zum dem,
WER ich bin und WAS ich bin?
Dann schreiben wir auf grünes Papier, welche Eigenschaften wir gerne lieber hätten, wie wir gerne bei allen "anderen" ankommen wollen.
Die Darstellung der "Madonna del Arte" ist ein Versuch Maria "heute" zu sehen. So wie jeder von uns etwas Besonderes ist, ist auch Maria eine besondere Frau.
Eine Betrachtung - gestaltet von der Frauenrunde St. Othmar © Kunst im Karner Eine Betrachtung - gestaltet von der Frauenrunde St. Othmar © Kunst im Karner

Heidi liest aus dem Lukasevangelium die "Verkündigung Marias" aus der "Bibel in Gerechter Sprache". Es ist dies die Geschichte wie der Engel Gabriel zu Maria kommt und der völlig überraschten jungen Frau eröffnet, dass sie den Sohn Gottes gebären wird. Maria hinterfragt zwar, wie dies überhaupt möglich ist, fügt sich aber gottergeben mit den Worten "..es soll geschehen, wie du gesagt".

Gedanken über und von Maria:
(ausgesucht und gelesen von Uli)
Wenn wir Maria sagen, heilige Maria, dann wissen wir, wer das ist.
Wir kennen sie von Bildern, wie sie in wehmütiger Melancholie den Worten des geflügelten Boten lauscht, wie sie mit gefalteten Händen und gläubig erstaunten Augen das nackte Kindlein anbetet, wie sie es auf dem Schoß dem Betrachter präsentiert.
Wie sie unter dem Kreuz mit leidender Gebärde die Hände ringt oder den toten Sohn auf ihrem Schoß hält.
Wenige Szenen aus einem gut sechzigjährigen Leben.
Wir kennen sie prächtig gekleidet, als die schöne Dame von Lourdes oder Fatima,
wir kennen sie ein wenig steif aus Mamor oder Gips, ein wenig weiß und blassblau
und selten lächelnd.
Vielleicht erkennt sich Maria auf unseren Marienbildern gar nicht wieder.
Sie war sicher ein fröhliches Mädchen, voller Zukunftspläne, eine gewöhnliche junge Frau aus dem Volk Israel. Die Israeliten sind unter römische Besatzung, warten und hoffen auf den Retter. Auch Maria wartet auf ihn, aber erwartet nicht, das Gott sie dafür braucht, ein ganz normales Leben, in einer ganz normalen Familie.
Und mitten hinein die Botschaft Gottes, das war zunächst sicher kein freudiges Ereignis, das sehen wir nicht auf unseren Bildern. Wir erfahren nicht wie sie diesen Schock überwand.
Und Jesus wuchs heran und irgendwann ging er weg von zu Hause und dann kommt er zurück. Er redet sich um Kopf und Kragen. Sie hat Angst um ihn. Sie folgt ihm in einer Gruppe von Frauen, aber nie tritt sie hervor, nie mischt sie sich ein, nie bittet sie ihn um etwas. Doch, einmal, in Kana - und er fragt : was geht mich das an, Frau.
Niemals nennt er sie Mutter, sie ist nur da in seinem Schatten und unter dem Kreuz.
Ihr ganzes Leben lang stand sie im Schatten ihres Sohnes. Was sagt sie wohl selbst dazu, dass wir sie aus diesem Schatten rücken, ins Licht der Kerzen, der Glühbirnen, der Neonröhren, wegschieben von dem Platz, auf den Gott sie gestellt hat.

(stark gekürzt und frei verändert nach Margh Malina)

Eine Betrachtung - gestaltet von der Frauenrunde St. Othmar © Kunst im Karner

Eine Betrachtung - gestaltet von der Frauenrunde St. Othmar © Kunst im Karner

Die Bilder und unsere gelben und grünen Zetteln stellen uns dar erklärt uns dann Bärbl:
Da bist du,
da bin ich,
da sind wir alle.
Die große Mariendarstellung hier im Karner, die Madonna del Arte, ist dabei auch nur "ein" Versuch von vielen Maria darzustellen. Maria ist ursprünglich eine Frau, wie viele andere, wie du und ich. Erst durch die Erwählung und ihr Leben wird sie zur "besonderen" Frau, zum Vorbild für uns alle - nicht nur für Frauen, sondern durch ihr Vorleben, wie sie Entscheidungen anderer für ihr Leben hinnimmt, sicher auch für Männer.

Eine Betrachtung - gestaltet von der Frauenrunde St. Othmar © Kunst im Karner

Eine Betrachtung - gestaltet von der Frauenrunde St. Othmar © Kunst im Karner

Eine Betrachtung - gestaltet von der Frauenrunde St. Othmar © Kunst im KarnerElisabeth überrascht dann nachher alle mit einer liebevoll vorbereiteten Agape auf dem Kirchenplatz. Dabei gibt es Wasser, Wein, Traubensaft, Nüsse, Oliven, Weintrauben, Feigen und Datteln, alles was man zu Lebzeiten Marias nach einem Gebet und Beisammensein vermutlich auftischte. Die Tafel ist mit alten Öllampen stimmungsvoll beleuchtet,  auch die sonst grellen Bodenstrahler vor St. Othmar strahlen warmes Licht in unterschiedlichen Farben.

Eine Betrachtung - gestaltet von der Frauenrunde St. Othmar © Kunst im Karner

Eine Betrachtung - gestaltet von der Frauenrunde St. Othmar © Kunst im Karner

Alle bleiben noch lange an diesem milden Spätsommerabend im Gespräch zusammen.

Eine Betrachtung - gestaltet von der Frauenrunde St. Othmar © Kunst im Karner

Eine Betrachtung - gestaltet von der Frauenrunde St. Othmar © Kunst im Karner

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(Vorbereitung und Texte: Frauenrunde St. Othmar
Mitschrift gm
, Fotos js & gm)

25. September 2009

Zeitgenössische Marien- und andere geistliche Lieder

chorus discantus © chorus discantus

Mehr Informationen über den Chor hier...

Chorus Discantus
Musizieren in feinster Ausprägung und auf höchstem Niveau ist der Anspruch von Österreichs erstem klassischem Damenkammerchor. Bereits kurze Zeit nach seiner Gründung ließ das Ensemble aufhorchen und erregte die Aufmerksamkeit von Fachpublikum und Medien, durch Erfolge bei internationalen Wettbewerben ("Franz Schubert 2001", Wien – Silbermedaille Kategorie Frauenchor; Prag 2003 – Wettbewerbssieger, bester Frauenchor, bester Kammerchor, Sonderpreis der Jury „Bester Dirigent“); das Repertoire umfasst Literatur aller Epochen und Stilrichtungen mit dem Schwerpunkt klassischer zeitgenössischer Werke.
Der Damenkammerchor pflegt eine enge Zusammenarbeit mit jungen Komponistinnen und Komponisten, vornehmlich aus Österreich und präsentiert gerne deren Werke. Sein umfangreiches, differenziertes Repertoire ermöglicht dem Damenensemble neben großen Konzerten die gediegene musikalische Umrahmung öffentlicher Anlässe.
Mehr über den Chor und Dirigenten hier...

chorus discantus © Kunst im Karner

Chorus Discantus

Österreichs erster klassischer Damenkammerchor
Chorbüro: A-1120 Wien, Wolfganggasse 45-47
Tel: +43 664 2255 442
Fax: +43 1 890 5183

Herzlicher Applaus begrüßt die 9 Damen des Chorus discantus, die vor dem Madonnenbild von Irene Andessner Aufstellung nehmen.

chorus discantus : Zeitgenössische Marien- und andere geistliche Lieder © Kunst im Karner chorus discantus : Zeitgenössische Marien- und andere geistliche Lieder © Kunst im Karner
Der deutsche Text des „Magnificat“ wird von einer der Sängerinnen rezitiert und ruft den sehr differenzierten Inhalt des lateinischen Textes in Erinnerung, dann erklingen die einfachen Melodien des gregorianischen Chorals. Eine andere Sängerin spricht schlicht das „Gegrüßet seist du, Maria“, ein paar Töne werden vom Chorleiter Oliver Stech angegeben und schon entfaltet sich ein reiner und voller Chorklang mit den typischen Dissonanzen und Reibungen der Kodályschen Musik in der Dank zahlreichen Besuchs guten Akustik des Karners. Später werden in einem Dialog zweier Sängerinnen Fragen zu Maria und ihrer Verehrung in der heutigen Zeit gestellt und auch beantwortet: Maria ist für alle Menschen Vorbild und Fürsprecherin, nicht nur für Frauen, die mit der Marienverehrung in ihrer Unterdrückung ruhig gehalten werden sollten, wie das Jahrhunderte lang geschehen ist.
chorus discantus : Zeitgenössische Marien- und andere geistliche Lieder © Kunst im Karner chorus discantus : Zeitgenössische Marien- und andere geistliche Lieder © Kunst im Karner
chorus discantus : Zeitgenössische Marien- und andere geistliche Lieder © Kunst im Karner chorus discantus : Zeitgenössische Marien- und andere geistliche Lieder © Kunst im Karner

Es schließen die einfachen aber umso berührenden einfachen Volksweisen von typischen österreichischen Marienliedern an, um mit dem „Tota pulchra es“ von Duruflé einen weiteren Höhepunkt zu finden. Glasklar stehen die einzelnen Stimmen im Raum, knabenhaft schlank, um schließlich im Schlußchoral „Salve Regina“ zum Unisono der Gregorianik zurückzufinden.

chorus discantus : Zeitgenössische Marien- und andere geistliche Lieder © Kunst im Karner chorus discantus : Zeitgenössische Marien- und andere geistliche Lieder © Kunst im Karner
Langanhaltender Applaus dankt den Sängerinnen und ihrem Dirigenten für einen in seiner Schlichtheit eindringlichen Abend. Bereitwillig werden im Anschluß Fragen zu Stimmbildung, Probenarbeit und unterschiedlichen Auftritten dieses erfolgreichen Damenensembles beantwortet. Die anwesende Künstlerin Irene Andessner ist begeistert von der stimmungsvollen Darbietung zu Ehren ihrer „Madonna del Arte“.
chorus discantus : Zeitgenössische Marien- und andere geistliche Lieder © Kunst im Karner chorus discantus : Zeitgenössische Marien- und andere geistliche Lieder © Kunst im Karner
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(Text df & Fotos js)

  26. September 2009

Klosterarbeiten (Geschichte und Techniken) als Ausdruck der Frömmigkeit
Sissy Kovacs

Die jetzt bereits pensionierte Hauptschullehrerin aus Rapottenstein im Waldviertel erzählt, wie sie zu diesem "Hobby" und ihrer Sammlung und Wissen gekommen ist:
SISSY KOVACS: Klosterarbeiten als Ausdruck der Frömmigkeit © Kunst im Karner
Seit langem hing in ihrem Wohnzimmer ein ovales Bild,
Klosterarbeiten als Ausdruck der Frömmigkeit © Kunst im Karner
dem sie gar nicht soviel Bedeutung beigemessen hatte. Erst als in ihrem Heimatort jemand bei der Entrümpelung des Dachbodens auf Bilder, komische Werkzeuge und Zwischenmaterialien gestoßen war, die unter einer hohen Staubschicht vielleicht
Klosterarbeiten als Ausdruck der Frömmigkeit © Kunst im Karner
jahrhundertelang begraben waren, begann Sissy Kovacs sich für "Klosterarbeiten" zu interessieren und bildete sich in Spezialkursen auf diesem Gebiet weiter.

Als Klosterarbeiten bezeichnet man:
Fassungen von Anna-Händen, Nepomukzungen und
Agnus Dei (Wachsplättchen), Stickereien, Stoffklebe-bilder, Spickelbilder, Andachtsbildchen, Kulissen-bilder, Miniaturen, Stickereien, Spitzen und Paramenten, Messgewänder, Fassungen von Hl. Leibern, Primitzkrönchen, Reisealtäre; Hausenblasenbilder, Gnadenbildkopien, Stoff-applikationsbilder, Spitzen-bilder, gestanzte und gemodelte Papierarbeiten, wie Blumen und Blätter (Seiffener Blumener-zeugung), Krüllarbeiten, Wachsmodel mit Heiligenbildchen,  etc.
Techniken:
Nähen, sticken, stechen, schneiden, kleben, kaschier-en, wutzeln, drapieren, stanzen, malen, gießen, etc.
Benutze Materialien:
Stoff; Spiegelglas, Stein, echt und auch aus Glas, Draht, Wachs, Papier, Pailletten und Glimmer, getrocknete Gräser, Textilien, Stroh, Wachs, etc.
(Sissy Kovacs, 26-09-2009)
An diesem Samstagabend sind leider nur wenige Besucher und Interessierte in den Karner gekommen. Leider - eine wunderbare und interessante Präsentation mit ausgesuchten Schaustücken und vielen vielen kleinen Muster-Handarbeiten aus Klöstern hätte sich einen vollen Karner verdient.
Diese Arbeiten, die circa ab der Barockzeit entstanden sind, sind Ausdruck tiefer Frömmigkeit, sprich "mit den Händen beten".
Sissy Kovacs begeistert durch ihr Wissen und Kompetenz. Für die sehr interessierte kleine Runde war dies mehr Diskussion und Wissensaustausch - die anwesenden Männer kamen aus dem Staunen nicht heraus- als Vortrag.
Bitte lesen sie in der Folge die Auszüge aus dem Vortrag und auch die Detailseite über Kloster- & Krüllarbeiten, wo auch die ausgestellten 5 Bilder im Detail zu sehen sind.
Kloster- Frauen-Arbeiten
Klosterfrauenarbeiten werden in weiterer Folge als Klosterarbeiten bezeichnet, da sie auch manchmal in Männerklöstern hergestellt wurden, vor allem bei den Jesuiten. Sie haben ihren Ursprung in der im Mittelalter stark ausgeprägten Reliquienfrömmigkeit.
Die Reliquien bedeuteten damals Macht und Schutz. Sie wurden als Amulette, in Beuteln und Kapseln mitgenommen. Später wurden sie in Tafeln gefasst und als Schutz fürs Haus aufgestellt. Auch als Reisealtäre in weiterer Folge mitgeführt.
Bereits in Frauenklöstern des 13.Jhdts. suchte man den Zugang zu Gott in geduldiger Arbeit, wobei Gebetszettel und Andachtsbilder als kleine Geschenke unter Gleichgesinnten hergestellt wurden. In weiterer Folge gipfelte die
Verehrung Jesu im Bekleiden des Jesuskindes und vermutlich auch als
Ersatz für nicht mögliche Mutterschaft die Herstellung von „Trösterlein“ und Fatschenkindern.

"Ora et labore" ist die eigentliche Aussage im Klosterleben als Unterdrückung des eigenen Willens und zur Ehre Gottes und Mariens. Das Leben im Kloster wurde oftmals als "Himmlische Einsamkeit" bezeichnet. Dabei waren die klösterlichen Handarbeiten eine willkommene Abwechslung.
Heute werden Klosterarbeiten meist als "Schöne Arbeiten" bezeichnet.
Manchmal werden sie auch als praktische Andachtsübungen bezeichnet.
Aus dem Andachtsbuch von 1764: Offenbarung der Hl. Mechthild:
„Der Mensch soll sich befleissen, all seine Werke und Arbeiten mit meinen Arbeiten und Werken zu vereinen, denn durch solche Verbindung werden sie so kostbar, gleichwie ein Stück Kupfer, da es unter ein Stück Gold verschmolzen wird."

Im Zuge der Gegenreformation im 18. Jhdt. breiteten sich die Klosterarbeiten sehr stark aus, was auf die Sichtbarmachung des katholischen Glaubens zurückzuführen ist  (Demonstratio Catholica).
Man wollte die Heiligen zum Anfassen. Infolge dieser Strömung entstanden verglaste Schreine, Reliquienschreine, Pyramidenaufsätze auf Altären. Schließlich kam auch der Prunk des Barock voll zur Geltung, Kirchen wurden in diesem Stil umgebaut und auch das Wallfahrtswesen entstand in dieser Zeit.
Man wollte natürlich auch etwas mitnehmen. Ein Abbild des Altarbildes oder geweihtes Wasser, auch Öl, beispielsweise das der Hl. Walpurga aus Eichstatt, das im Winter dort austrat und in kostbare Fläschchen verpackt wurde.
Es entstanden Kulissen- und Kastenbilder, etc.

Der eigentliche Sinn der Klosterarbeiten war eigentlich, aus eher wertlosem Material in geduldiger, frommer Arbeit zur Ehre Gottes und Mariens schöne
Dinge zu schaffen. Sie wurden auch als Geduldsarbeiten bezeichnet. Außerdem waren die Klosterfrauen auch nicht zünftisch ausgebildet oder organisiert.
Im Spätmittelalter entstanden Stickereizünfte, denen die Klöster oft nicht gewachsen waren. Es sei denn, sie konnten eine dieser Meister oder -innen
fürs Klosterleben gewinnen.
Die Klosterarbeiten sind vielfach der Volkskunst zuzuordnen, obwohl sie
manchmal sehr kunstvoll gearbeitet sind und hohe künstlerische Qualität aufweisen.

(Sissy Kovacs für Kunst-im-Karner)
Klosterarbeiten als Ausdruck der Frömmigkeit © Kunst im Karner
Klosterarbeiten als Ausdruck der Frömmigkeit © Kunst im Karner
Klosterarbeiten als Ausdruck der Frömmigkeit © Kunst im Karner
Klosterarbeiten als Ausdruck der Frömmigkeit © Kunst im Karner
Klosterarbeiten als Ausdruck der Frömmigkeit © Kunst im Karner
Klosterarbeiten als Ausdruck der Frömmigkeit © Kunst im Karner
Klosterarbeiten als Ausdruck der Frömmigkeit © Kunst im Karner
Klosterarbeiten als Ausdruck der Frömmigkeit © Kunst im Karner

Die im Karner ausgestellten dreidimensionalen Bilder:
Klosterarbeiten aus dem Besitz von Michaela Pflügl, Weyregg am Attersee, Kursleiterin für Klosterarbeiten, das 4. Bild ist eine Neuinterpretation des 3.Bildes (von links ) - zum Vergrößern bitte auf das Bild clicken

1) Reliquienbild, Maria in Wachs mit sechs Reliquien © Kunst im Karner 2) Bildtafel, Maria Empfängnis in Wachs, Süddeutsch (?), Ende 18. Jhdt. © Kunst im Karner 3) Reliquienbild, Jesukind in Wachs mit 15 Reliquien, Süddeutsch (?), um 1800 © Kunst im Karner 4) Bildtafel, Jesukind in Wachs, Neuinterpretation von 3), österreichisch, 2008 © Kunst im Karner 5) Reliquienbild, HL: Elisabeth (?) mit Bettler mit 8 Reliquien, Süddeutsch (?), um 1900 © Kunst im Karner

Mehr über Kloster- & Krüllarbeiten und Kamelitinnen-Klöster
sowie Detailfots und Erklärung der 5 Bilder hier...

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(Vorbereitung und Texte: Sissy Kovacs
Eindrücke & Mitschrift &
Fotos: gm)

  27. Sept. 2009

Thomas Lackner ofm,
Frömmigkeit – einst und jetzt - Erfahrungen eines Seelsorgers an einem Marienwallfahrtsort

Pater Thomas Lackner © Kunst im Karner


Webtipp:
Link zu der Pfarrhomepage
Maria Enzersdorf

hier

 

Zum Abschluss der Karnerveranstaltungen im September 2009 spricht Pater Thomas, P. Guardian der Franziskaner in Maria Enzersdorf, zum Thema Frömmigkeit – einst und jetzt - Erfahrungen eines Seelsorgers an einem Marienwallfahrtsort.
Zuerst definiert er den Begriff, der erst ab dem 19. Jahrhundert mit Religiosität in Verbindung gebracht wird, vorher war es eher ein Synonym für allgemein richtiges Verhalten. Heutzutage wird Frömmigkeit von vielen in das Eck der Frömmelei oder Scheinheiligkeit gestellt und ist seit 1968 selbst bei Theologen eher negativ besetzt. Erst langsam setzt sich wieder der ursprüngliche positive Begriff durch, der in dem Kindergebet „Lieber Gott, mach mich fromm, dass ich in den Himmel komm!“ die Bedeutung des Wortes klarmacht - eine Lebensweise im Glauben an Gott und damit in Erfüllung seiner Gebote.

Frömmigkeit einst und jetzt © Kunst im Karner Frömmigkeit einst und jetzt © Kunst im Karner

Das lateinische Wort für Frömmigkeit „pietas“ bedeutet auch „Mitleid(en)“, also ein Sich-hinein-versetzen in die Leiden Christi aber auch der Mitmenschen. Die Franziskaner brachten im Mittelalter die Tradition der Kreuzwegstationen aus dem Hl. Land nach Europa und haben bis heute das Privileg der Kreuzwegsegnungen inne. Aus den verschiedenen „Pietas“ (Vesperbildern) entstand an manchen Orten auch eine Tradition an Gnadenbildern und Wallfahrten. Maria Enzersdorf hat hier eine Jahrhunderte lange Tradition, die auch sehr den Zeitströmungen unterworfen ist. P. Thomas unterscheidet heute zwischen Buswallfahrten, die oft zu Besichtigungs- und Unterhaltungsfahrten degeneriert sind und Individualwallfahrern, die oft eine langjährige familiäre Tradition ausfüllen und beleben. Wallfahrten zu Mariengnadenbildern bergen oft die Gefahr, dass sie bei Maria enden und nicht von Maria zu Jesus gelangen. In Maria Enzerdorf wird hier sehr trickreich gegengesteuert, indem die Opferlichter in der Kirche geholt werden müssen, bevor sie in der Lourdes-Grotte entzündet werden können.

Pater Thomas, Frömmigkeit einst und jetzt © Kunst im Karner Pater Thomas, Frömmigkeit einst und jetzt © Kunst im Karner

Auch der Brauch der Votivtafeln und –gaben als Ausdruck der Frömmigkeit und eines tiefen Glaubens wird von P. Thomas erläutert und mit anschaulichen Beispielen beschrieben. Zum Thema Wallfahrten unterstreicht P. Thomas die Wichtigkeit, das Eigentliche nicht aus den Augen zu verlieren: das gemeinsame Aufbrechen und Ankommen am Ziel, das gemeinsame Beten und Singen am Weg. Die Gefahr, ein soziales Event mit sportivem Charakter daraus zu machen sei sehr groß. In der nachfolgenden lebhaften Diskussion zeigt P.Thomas auch einige „moderne Möglichkeiten“, für seinen Glauben einzustehen und echte Frömmigkeit auszustrahlen, ein Anliegen, das jeder Christ haben sollte.

Frömmigkeit einst und jetzt © Kunst im Karner Frömmigkeit einst und jetzt © Kunst im Karner

Wie bei jeder Kunst-im-Karner Staffel gab es nach dem letzten Vortrag des Rahmenprogramms für alle Besucher eine abschließende Agape. In der lauwarmen Spätsommernacht blieben noch viele zum Gespräch.

Frömmigkeit einst und jetzt © Kunst im Karner Frömmigkeit einst und jetzt © Kunst im Karner
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(Text df & Fotos js)

   

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