kontakt23 - Die ökumenische Quartalszeitschrift der Pfarren des 23. Bezirks

Letztes Update: 22-04-2011 / Mit der Ausgabe 02/2007 erscheint der kontakt23 in einer neugestalteten Version im Internet: Dies ist ein Versuch den kontakt23 chronologisch beginnend ab Mai 2007 im Internet aufzubereiten, dass auch ältere Ausgaben leicht wiedergefunden und gelesen werden können.
Die älteren Ausgaben findet man hier auf dieser Seite weiter unten: Ausgabe 02/2007, 03/2007, 04/2007, 01/2008, 02/2008, 03/2008, 04/2008, 01/2009, 02/2009, 03/2009, 04/2009, 01/2010, 02/2010, 03/2010, 04/2010, 01/2011

Aktuelle Ausgabe:
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kontakt23 02/2011
[September 2011]

Wir feiern heut' ein Fest...

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aus der Redaktion  Ausgabe 02/2011 im September 2011:

Abschieds- und andere Feiern
Chefredakteuring Christa Eßler © kontakt23Es war wieder eine recht interessante Kurve, über die wir in der Redaktionssitzung  auf unser Thema gekommen sind:
Start war das schreckliche Wort „Spaßgesellschaft“, dann ging es über „Event- Kultur“ hin zum „Feste feiern“ – das hat uns Freude (nicht Spaß) gemacht!
Ich erinnere mich da an ein Weihnachten... Das war dieses Geburtstagsfest, an dem...
Kennen Sie das? Plötzlich fällt jedem etwas ein zu diesem Thema, denn ohne Feste und Feiern wäre unser Leben – ja, wie wohl? Grau in grau, triste, eintönig, öde, leer.
Wir feiern uns durch das Jahr – vom Fasching über Ostern, Erntedank bis Nikolo, Weihnachten bis hin zu Silvester, dazwischen individuell Geburts- und Namenstag.
Wir feiern uns durchs Leben, von Taufe über Schuleintritt, Erstkommunion und Firmung, Schulabschluss und Hochzeit, Jubiläen aller Art, Pensionseintritt bis Begräbnis.
Hoppala – Begräbnis – sind Sie über dieses Wort gestolpert? Das war aber kein Schreib- oder Denkfehler meinerseits, sondern sehr bewusst gesetzt.
Aufmerksame Leserinnen und Leser meiner Kolumne werden sich an die letzte Ausgabe erinnern, in der ich das Pflegeheim St. Barbara lobend erwähnt habe. Es ging dabei um meine Mutter, die im Jänner dort eingezogen war.
Nun, am Pfingstsonntag hat sie ihr Lebensziel erreicht und ist heimgegangen ins Reich des liebenden Vaters.
Sie hat es sich so sehr gewünscht! Also haben wir dem Rechnung getragen und keine Trauerfeier, sondern ein Abschiedsfest veranstaltet: Sie hat eine große Reise angetreten, von der sie zwar nicht mehr zurückkommen wird, aber die wir alle früher oder später auch antreten werden.
Und es wurde ein großartiges Fest! Alle hatten sich festlich gekleidet. Alle hatten Blumen in den Händen (es gab auf Wunsch meiner Mutter keine Kränze). Natürlich gab es wunderschöne Musik, und wir haben versucht, der Freude Vorrang vor der Trauer zu geben. Freude darüber,
dass es sie gegeben hat, und Freude darüber, dass sie ihr Ziel erreicht hat.
In unserer Familie heißt es immer: Jeder Anlass ist uns recht, Hauptsache es wird gefeiert! Ich habe versucht, die Hauptkriterien einer solchen Feier herauszufiltern:
– Freude am Vorbereiten
– festliches ‚Outfit‘
– liebe Menschen treffen
– gutes Essen und Trinken
– Musik (selber singen?!)
– gute Gespräche
– kreative Gestaltungselemente

Wenn dann alles zusammenpasst, ist das eine Labsal für Leib und Seele.
All diese Kriterien treffen übrigens auch für kirchliche Feste zu, egal ob Gottesdienste oder andere Feiern in der Pfarrgemeinde. Ich musste immer lächeln, wenn meine Enkelkinder, als sie noch klein waren, ihre “schönen“ Schuhe immer als „Kirchenschuhe“ betitelten. Ja, wir ziehen uns am Sonntag festlich an, treffen auf dem Weg zur Kirche bereits nette, gleichgesinnte Menschen, begehen die Feier in Wort und Gesang mit, erfreuen uns anschließend an Gesprächen mit anderen und gehen beglückt nach Hause.
Bei Kindergottesdiensten wird oft am Beginn gesungen: „Wir feiern heut ein Fest und kommen hier zusammen! Wir feiern heut ein Fest, weil Gott uns alle liebt. Herein, herein, wir laden alle ein.“
Nicht die Sonntagspflicht, die Festesfreude ist es, die uns dorthin gehen lässt!
Oder?
Herzlichst Ihre Chefredakteurin Christa Eßler

Ältere, bisher erschienene Ausgaben:
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kontakt23 01/2011
[April2011]

Alle Menschen

sind gleich an
Würde

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kontakt23 04/2010
[November 2010]

Leben ist Lernen

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kontakt23 03/2010
[September 2010]

Thema:
Tradition

gibt Sicherheit...
...bremst aber auch

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kontakt23 02/2010
[Mai 2010]

Thema:
Glück ist eine
Seifenblase

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kontakt23 01/2010
[Februar 2010]

Thema:
Raum für...
Zeit für...
Mut zur...
Leben ist   ...Veränderung

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kontakt23 04/2009
[November 2009]

Thema:
geliebt und geschätzt
alt und jung

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kontakt23 03/2009
[September 2009]

Thema:
Was nun?
> Scheitern
>> Umkehr
>>> Neubeginn

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kontakt23 02/2009
[Mai 2009]

Thema:
Frau in Kirche und Gesellschaft 
> WIR öffnen unseren Schweigemund
>
WIR taufen und salben
>
WIR arbeiten zusammen mit Männern

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kontakt23 01/2009
[Februar 2009]

Thema:
Kraft zum Leben 
> SPIRITUALITÄT - was ist das?
> SPIRITUALITÄT - brauch ich das?
> SPIRITUALITÄT - Lebensquell

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kontakt23 04/2008
[Dezember 2008]

Thema:
Menschen mit Behinderung 
> Bibel: Moses stottert und Jakob lahmte
> Behindert ist, wer behindert wird.
>
Kompetenzförderung statt Kasernierung

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kontakt23 03/2008
[September 2008]

Thema:
Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh' ich wieder aus.
> Ich war fremd, und du hast mich aufgenommen! 
> Der Fremde ist nur in der Fremde fremd!

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kontakt23 02/2008
[Mai 2008]

Thema:
"Ich hab dich bei deinem Namen gerufen" Jes 43,1
BERUFUNG
- was ist das?
- wen trifft das?
- heißt auf jeden Fall: Gott hat etwas vor mit dir!

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kontakt23 01/2008
[Februar 2008]

Thema:
"Wer einsam ist, der hat es gut?" 
> GEMEINSAM...
> GEMEINSCHAFT...
> GEMEINDEN...

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kontakt23 04/2007
[November 2007]

Thema:
Liebe Deinen Nächsten, er ist wie du!

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kontakt23 03/2007
[September 2007]

Thema:
Kinder
sind unsere Zukunft - sind die Zukunft unserer Kirchen - ihnen gehört die Welt!

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kontakt23 02/2007
[Mai 2007]

Thema:
Miteinander!
...an einem Strang ziehen

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aus älteren Ausgaben:

aus der Redaktion  Ausgabe 01/2011 im September 2011:

Na Oma, wie gehts dir denn heute?
Chefredakteuring Christa Eßler © kontakt23Das ist nicht die fröhliche Frage eines liebenden Enkelkindes an seine Großmutter. Das ist die lasche und arrogante Art, wie noch vor etwa 20 Jahren mit alten und pflegebedürftigen Menschen in entsprechenden Institutionen gesprochen wurde.
Kein Wunder, dass sich betagte Leute vor dem Schreckgespenst „ins Heim müssen" wirklich fürchten!
Zu Beginn dieses Jahres traf es meine Mutter- nach etlichen Stürzen in der Wohnung war diese für sie ganz einfach nicht mehr sicher und ein Platz im Pflegeheim war notwendig geworden. Eine schlimme Situation für uns alle! Denn zu ihrer Angst kam unser schlechtes Gewissen, dass wir die Mutter „abschieben"!
Zu unser aller Glück fanden wir einen Platz im Pflegeheim St. Barbara hier in unserem Bezirk. Und die Art und Weise, wie dort mit den Bewohnern umgegangen wird, inspirierte mich zum Thema dieser Ausgabe: Menschenwürde.
Vom Redaktionsteam wurde dieser Vorschlag sofort begeistert angenommen. Denn wir alle spüren starke Defizite in unserer Gesellschaft, wenn es um die Würde des Menschen geht.
Was ist denn das überhaupt, die „Würde" des Menschen? In Wikipedia findet man: Unter Menschenwürde wird die Vorstel
lung verstanden, dass alle Menschen unabhängig von ihrer Herkunft oder anderen Merkmalen wie Geschlecht, Alter oder Zustand denselben Wert haben, da sie sich alle durch ein dem Menschen einzig gegebenes schützenswertes Merkmal auszeichnen, die Würde. Auf rechtsphilosophischer Ebene wird hieraus häufig der rechtsstaatliche Schutz des Menschen und seiner Würde abgeleitet, was zur Formulierung von Menschenrechten führt. Menschenwürde und Menschenrechte stehen nach einer solchen Auffassung über Verfassung und Gesetzen jedes Landes.
Ist das so? Wie gehen wir - unser Staat, unsere Gesellschaft, Sie oder du oder ich - mit Menschen um, die sich von der jeweiligen Vorstellung der Norm unterscheiden? Da gibt es ja so vieles, was nicht ins Schema passt: «Ist doch nur ein Kind!" „Ist doch nur ein Ausländer!" „Ist doch nur ein Tattergreis!" „Ist doch nur ein Krüppel!" „Ist doch nur...!" (Setzen Sie selber noch etwas ein, was einen anderen Menschen auf eine tiefere Stufe einordnet.)
Nein, Sie und ich, wir tun so was nicht. Niemals!... Niemals?

Herzlichst Ihre Chefredakteurin Christa Eßler

aus der Redaktion  Ausgabe 04/2010 im November 2010:

Der Mensch soll lernen, nur die Ochsen büffeln.
(Erich Kästner)

Chefredakteuring Christa Eßler © kontakt23Es ist schon faszinierend, wie unser Redaktionsteam ein Thema findet: Es begann mit „Freiheit" - schönes Wort, Entscheidungsfreiheit - schweres Wort. Entscheidungen zu treffen will gelernt sein! Wie lernt man das? Steht das wo? Kann man das nachlesen? Nein, das Leben lehrt dich so etwas! Ja, falls du bereit bist, etwas dazuzulernen - Treffer! Das nehmen wir - lebenslang lernen, oder, noch besser, Leben ist Lernen.
Sie merken schon, wir scheuen keine Kurven und Kehren, um zum Ziel zu gelangen. Und dann wird das Gefundene kräftig durchgewalkt und geknetet, gewendet und geprüft, von allen Seiten durchleuchtet und schließlich voll Zufriedenheit angenommen.
Lernen - und dabei dachten wir nicht an Schule! - gehört unbedingt zum Leben. „Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück." sagt schon Laotse im 6. Jhdt. v.Chr.
Wir haben einige Leute eingeladen, ihre Lern-Erfahrungen mit uns und Ihnen, liebe Leserinnen, zu teilen. Lernen kann mitunter aber auch ein schmerzlicher Prozess sein. Angefangen beim Kind, das erfahren muss, dass eine Flamme eine ziemlich heiße Angelegenheit ist, über die Stolpersteine, die die Pubertät einem jungen Menschen in den Weg legt, bis hin zum - äh, was wollte ich noch sagen? - ah ja, zum Vergesslichwerden im Alter.
Kürzlich mussten die Herausgeber dieses Blattes die schmerzliche Erfahrung machen, dass die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auch den
kontakt23 eingeholt haben. Einen wichtigen Anteil an der Finanzierung der Zeitung sollten Inserate tragen, was zu Beginn ja auch geklappt hatte. Aber - siehe oben - wer inseriert denn heute noch in Printmedien? Einige wenige Unternehmen wagen diesen Schritt noch (Danke sei ihnen gesagt!), aber die Krise hat uns alle erreicht.
Und so musste ein schwerwiegender Schritt schweren Herzens getan werden: Der kontakt23 erscheint nun nur mehr 3 x jährlich! (Anfang September, Mitte November und vor Ostern)
Im Zuge dieser Entscheidung musste ich persönlich auch etwas lernen: Ausgerechnet meine Wohn- und Lebenspfarre findet dieses Druckwerk nicht wirklich lesenswert! Und da die Finanzen - wie in allen Pfarren in diesen Zeiten - äußerst knapp sind, wurde beschlossen, auf weitere Mitwirkung zu verzichten. Erfreulich ist der „Einstieg" des Mariapolizentrums Am Spiegeln (Seite 15) - herzlich willkommen!
„Taten lehren den Menschen, und Taten trösten ihn." (Pestalozzi)
So ist es.
Herzlichst Ihre Chefredakteurin Christa Eßler

aus der Redaktion  Ausgabe 02/2010 im Mai 2010:
Glück ist eine
Seifenblase

"Das Glück ist seltener als die Feiertage" (Erich Kästner)
Chefredakteuring Christa Eßler © kontakt23Diesmal kann ich nur wenig von der Redaktionssitzung berichten. Kaum war das Thema „Glück" auf dem Tisch, herrschte eitel Wonne und Sonnenschein im Team. Es war die absolut kürzeste Sitzung dieser Redaktion - und deshalb wird auch dieser mein Beitrag ziemlich kurz geraten.
Es gibt keine objektive Definition für's Glücklichsein. Was mich glücklich macht, lässt Sie vielleicht völlig kalt - und umgekehrt.
Wir wollen Sie nur einladen, ein bisschen nachzudenken, wie das denn bei Ihnen so ist mit dem Glücklichsein oder Unglücklichsein. Ist wirklich jeder seines Glückes Schmied? Dann ist aber auch jeder der Erzeuger seines Unglücks... (Paul Watzlawicks Anleitung zum Unglücklichsein' ist nicht umsonst ein absoluter Bestseller, oder?)
In der Steiermark gibt es ein Schulfach „Glück", im Königreich Bhutan errechnet der Herrscher ein „Bruttoglücksprodukt".
Er möchte nicht einfach die wirtschaftliche Leistung der Bhutanesen steigern, sondern ihre Lebensqualität heben. Man braucht Glück, um im Lotto zu gewinnen, aber auch, um nicht auf dem Glatteis auszurutschen.
Ich bin in der Zeit zwischen Redaktionssitzung und Abgabe der Zeitung an den Drucker immer sehr hellhörig für unser jeweiliges Thema. Deshalb hab ich (beglückt) letzten Sonntag „Du holde Kunst" im Radio gehört mit dem Titel „Das Glück ist seltner als die Feiertage", einem Zitat aus Erich Kästners Gedicht „An meinen Sohn". Daraufhin habe ich nachgeschlagen, was denn andere namhafte Leute zum Thema zu sagen haben. Und das darf ich Ihnen hier als „Glückssprüche-Buffet" auftischen.


Herzlichst Ihre Chefredakteurin Christa Eßler

aus  Ausgabe 01/2010 im Februar 2010:
Raum für..., Zeit für..., Mut zur... - Leben ist

...Veränderung

Chefredakteuring Christa Eßler © kontakt23Alte Hüte
„...und Hannes will die Welt verändern!“ stand im letzten Redaktionsprotokoll zu lesen. Passt ja zu ihm, dachte ich, als ich es nachgelesen habe. Und ich erinnere mich mit Wonne an die letzte Sitzung!

Wir waren wieder einmal auf Themensuche. Vieles wurde aufgeworfen, heftig durchgewalkt und wieder verworfen. Dann wollte eben Hannes die Welt verändern. Und wir mit ihm. Nein, nicht großartig: Wir können weder die Weltwirtschaftskrise noch das Afghanistanproblem lösen.

Aber was wir alle tun können ist: Den Kleiderschrank unseres Lebens durchwühlen und „alte Hüte“ endlich wegwerfen! Nur, weil etwas altvertraut ist, heißt das noch lange nicht, dass es deswegen gut und
passend ist. Wir tragen ja auch nicht mehr die (damals schicke) Jacke aus den 70er-Jahren... Manchmal werden uns Veränderungen aufgezwungen und bringen unser Leben ziemlich durcheinander – da heißt es, kreativ zu sein und dem neuen Weg das Beste abzuringen.

Veränderungen gehören zum menschlichen Leben, sonst säßen wir noch in Höhlen und jagten mit Steinen. Gott sei Dank gibt es Menschen, die aufgeweckt, initiativ, schöpferisch und mutig sind und so dafür sorgen, dass zur rechten Zeit am rechten Ort etwas in Bewegung gerät. Zeit für Veränderung, Raum für Veränderung, Mut zur Veränderung - vielleicht ist das Jahr 2010, das eben begonnen hat, Ihr persönliches Ich-mistemein-Leben-aus-und-kremple-es-um-Jahr!

Herzlichst Ihre Chefredakteurin Christa Eßler
 

aus  Ausgabe 02/2009 im Mai 2009:
Frau in Kirche und Gesellschaft
Bärbl Metz, Pastoralassistentin mit besonderen Befugnissen in der Pfarre Rodaun:
Bärbl Metz © kontakt23Frau in Kirche und Gesellschaft - dieses Thema beschäftigt zu jeder Zeit viele Menschen. Warum beschäftigt es noch immer viele Menschen? Weil es in vielen Bereichen ein ungelöstes Problem ist.
Ich erlebe es in der Pfarre Rodaun ganz anders. Vor fast 3 Jahren wurde ich vom Personalbüro der Erzdiözese gefragt, ob ich mir vorstellen kann, in Rodaun Pastoralassistentin zu sein. In einem Gespräch mit dem Personalchef erklärte er mir die Situation in der Pfarre. Die Pfarre hat keinen Pfarrer, sondern wird von einem Leitungsteam geleitet und davon sollte ich ein Teil sein. Dieses Leitungsmodell war das Ergebnis von vielen Klausuren und Sitzungen bevor es 2004 eingeführt wurde. Ich konnte mir das vorerst gar nicht vorstellen, weil ich aus einer Pfarre kam, die einen Pfarrer und einen Kaplan hatte. Da ich aber ein neugieriger Mensch bin, sagte ich zu. Nach einem Gespräch mit dem Pfarrgemeinderat begann ich im September 2006 mit meiner Tätigkeit in der Pfarre Rodaun.
Ich sollte also Teil dieses Leitungsmodells sein. Wir leiten zu dritt die Pfarre. Hermann Hofer, der ehemalige Pfarrer ist auf seinen Wunsch Moderator. Er leitet die Eucharistiefeiern und spendet die Sakramente. Gemeindeassistent Gottfried Eder hat einige pastorale Aufgaben und ist vor allem für die Hausverwaltung und Haustechnik zuständig. Er arbeitet ehrenamtlich. Meine Tätigkeit hat die Bezeichnung „Pastoralassistentin mit besonderen Befugnissen". Meine Aufgabe ist die Leitung des Pfarrgemeinderates und der Pfarrkanzlei, Vorbereitung auf den Sakramentenempfang und vieles mehr. Ich bin auch vom Bischof beauftragt, Begräbnisse zu halten.
Meine Situation als Frau in der Pfarre Rodaun ist schnell umschrieben. Ich werde von der Gemeinde in meiner Position voll anerkannt. Die Gemeinde war schon immer sehr mündig und ist durch die Änderungen in der Pfarrleitung noch mündiger geworden. In vielen Bereichen gilt das Motto: Wenn du es willst, dann mach es, wenn du es nicht machst, dann geschieht es nicht. Wichtige Dinge werden natürlich mit uns abgesprochen.
Trotz meiner „Sonderstellung" in der Kirche verstehe ich die Frauen, die darunter leiden, dass sie die Aufgaben der Diakone oder Priester nicht ausüben dürfen und dazu auch keine Weihe empfangen können.
Auch ich stoße manchmal an Grenzen. Wenn ich vor einem Begräbnis die Angehörigen anrufe und mich vorstelle, höre ich oft eine gewisse Enttäuschung, warum denn der Hr. Pfarrer nicht kommt. Diese Voreingenommenheit wandelt sich oft während der Feier, weil Frauen in vielen Fällen einfühlsamer sind.
In der langen Tradition der Kirche hat sich schon viel geändert, man bedenke nur, dass es erst seit ca. 30 Jahren weibliche Ministrantinnen gibt. Wir dürfen also hoffen, dass die Weihe von Frauen hoffentlich bald möglich sein wird.
Es ist schön in der Pfarre Rodaun mitzuerleben, wie lebendig eine Pfarre sein kann. Ich bemerke auch eine sehr große Akzeptanz Frauen gegenüber. Das beziehe ich nicht nur auf mich, sondern auf alle Frauen, die liturgische Dienste ausüben. Mir macht es große Freude mitzuwirken, dass das, was Gott von uns und für uns wollte, Wirklichkeit wird.

aus  Ausgabe 02/2009 im Mai 2009:
Frau in Kirche und Gesellschaft
Gabriele Lang-Czedik, Pfarrerin in Liesing:
Gabriele Lang-Czedik © kontakt23Seit 1965 können in Österreich Frauen Evangelische Pfarrerinnen sein. Ilse Beyer war als Liesinger Pfarrerin eine der allerersten in Österreich. Inzwischen haben die Liesinger auch schon Johannetta Reuss und mich als Pfarrerinnen kennen gelernt.
Seit 2004 bin ich amtsführende Pfarrerin in Liesing und habe das Gefühl, mit meiner Arbeit genau am richtigen Platz zu sein. Gottesdienste, Taufen, Trauungen, Begräbnisse, Seelsorge - das alles gestalte ich aus innerer Freude heraus - und die Menschen nehmen es gerne an.
In einem Gedicht habe ich es einmal so formuliert:
Der Tag ist gekommen,
da haben wir Frauen in der Evangelischen
Kirche aufgehört,
den Altarraum nur zu kehren,
zu Gott bekehrt haben wir uns endlich auch
zu den Menschen gekehrt.
Wir haben unseren Schweigemund geöffnet
aller-orten und aller-kirchen
und zu reden begonnen
von unserem Gott, von unserem Bruder Christus,
von der heiligen Geistkraft
von unseren Visionen, von unserem Leben.
Wir taufen und salben,
wir predigen und leiten Gemeinden.
Wir Frauen der Kirche denken und gestalten,
wir heiraten und haben Kinder,
wir lehren und trösten und klären,
wir arbeiten zusammen mit Männern,
Frauen, Kindern und Jugendlichen.
Wir verkündigen und feiern das Mahl der
Gemeinschaft. Und wir nehmen die
Verantwortung und die Freude aus Gottes
offener Hand, aIs seine, als ihre Töchter.

Diakon Peter Feigl schreibt im Leitartikel der  Ausgabe 02/2008 im Mai 2008:

Peter Feigl © kontakt23Es ist 11.55 Uhr. Ich fahre zu einem Begräbnis. Die Angehörigen kenne ich nicht Ich treffe mich mit ihnen vor der Halle, stelle mich Ihnen vor: Grüß Gott, Feigl, ich bin Diakon in der Pfarre in der Endresstraße und werde das Begräbnis halten." Danke Herr Pfarrer." Nein, ich bin nicht der Herr Pfarrer, ich bin Diakon!" Sie werden das schon gut machen, Herr Pfarrer."
Ich gebe es auf, den Angehörigen die korrekte Anrede zu erklären, jetzt gibt es ja auch Wichtigeres zu tun...
Als ich diesen schon öfter erlebten Dialog in unserem  Redaktionsteam erzählt habe, war uns sofort klar, dass wir in der nächsten Ausgabe unserer Zeitung einen Schwerpunkt über die vielen Ämter und Berufungswege, die unsere Kirchen kennen, setzen wollen. Denn Berufungen und Berufswege gibt es in unseren Kirchen viele, nicht immer muss man Pfarrer werden. Freilich stimmt es, dass diese verschiedenen Ämter nicht mehr allgemein bekannt sind. Viele diskutieren über Zölibat, aber dass es neben dem ehelosen Priesteramt in der katholischen Kirche auch das Amt eines verheirateten Diakons gibt, dass es neben der Aufgabe des Pfarrers auch die der Pastoralassistentin gibt usw. wissen nur wenige.
Noch schwieriger wird die Sache freilich, wenn man beginnt, die verschiedenen Sichtweisen von Amt zwischen den beiden großen Konfessionen zu vergleichen Unverständnis und Verwirrung sind vorausprogrammiert. Die Vielzahl der Ämter und Berufungen ist ein bunter Reichtum, der sich in den christlichen Kirchen im Laufe der Geschichte entfaltet hat. Es lohnt sich, diesen Schatz anzuschauen, manches vielleicht zu polieren, anderes vielleicht auch umzuschmelzen.
Wir wollen Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, mit dieser Nummer nicht nur helfen ihr Wissen aufzufrischen, sondern sich darüber hinaus auch noch in Erinnerung rufen lassen, dass wir alle Berufene von unserer Kirche sind - als Berufene, als Christen zu leben, als Gerufene Gottes unsere Fähigkeit in unsere Kirche zu bringen. Wir vergessen nur allzu oft, dass wir selbst seit unserer Taufe - Priesterinnen geworden sind. Das ist ein hoher Anspruch. Nicht nur an die Amtsträger unserer Kirchen. Ja, danke Herr Pfarrer!

 

Web-Links zu den einzelnen Pfarrgemeinden, die beim kontakt23 mitmachen:

Evangelische Gemeinde Liesing - Pfarre Erlöserkirche - Personalgemeinde Endresstraße - Pfarre Inzersdorf Neustift - Pfarre Inzersdorf St. Nikolaus - Pfarre Kalksburg - Pfarre Liesing - Pfarre Mauer St. Erhard - Mauer Georgenberg - Pfarre Neuerlaa - Pfarre Rodaun - Evangelische Gemeinde Hetzendorf-Erlaa - Pfarre Wohnpark Alterlaa

 

Impressum:
Alleininhaber, Herausgeber:
Mag. Peter Feigl • Chefredaktion: Christa Eßler,
beide: Pfarre Erlöserkirche, 1230 Wien, Endresstraße
57A • Tel. 01/888 74 30 • Kontakt: k.23@gmx.at
• Layout: die graphikschmiede, A.-Baumgartner-Str.
44/55, 1230 Wien • kontakt²³ ist Kommunikationsorgan
der kath. Pfarren Erlöserkirche, Inzersdorf-
Neustift, Inzersdorf-St. Nikolaus, Kalksburg, Liesing,
Mauer, Neuerlaa, Rodaun, Wohnpark Alterlaa, der
Personalgemeinde an der Erlöserkirche, der Gemeinde
Mauer-Georgenberg, der evangelischen Gemeinde
Hetzendorf-Erlaa, dem Mariapolizentrum und der evangelischen Gemeinde Liesing • Druck: Druckerei Ferdinand Berger &
Söhne Ges.m.b.H, Wiener Straße 80, A 3580 Horn

 

 
Sie haben Fragen, Wünsche und Anregungen?
Dann schreiben Sie uns bitte an k.23@gmx.at

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